Kann man aus Konflikten lernen?

Konflikte gehören zum Geschäft. Überall wo Menschen zusam­menarbeiten,  entsteht "Reibung". Unter Erfolgs- und Zeitdruck sowieso. Verschleppte Konflikte beinhalten allerdings eine Eigendynamik hin zur Eskalation. Sie können eine Organisation von innen her in Frage stellen - vom Kommunikationsabbruch über "Grüppchenbildung" bis zum "Nichts geht mehr".

Weder mit Harmonisierung noch mit machtvoller Durchsetzung ist eine solche Situation zu beherrschen. Spätestens dann wird oft eine externe Konfliktklärung gesucht. Meine Rolle dabei ist je nach Situation und Diagnose

  • Führungskräftecoach in Konfliktsituationen
  • Klärungshelfer für die Konfliktparteien
  • Mediator bei institutionellen Konflikten

  • Bei einer Konfliktklärung in einem Team oder zwischen Abteilungen verstehe ich mich nicht einfach als "Schlichter". Da jede Entwicklung auch vom Dissens lebt, ist der "Konsens" oft nur eine kurzlebige Illusion.

    Sollte die Eskalation schon so weit vorangeschritten sein, dass zunächst ein Eingriff aus der Führungsebene erforderlich ist, dann biete ich an, die Vorgesetzten als Coach dabei zu unterstützen.

    Wo ich als allparteilicher Klärungshelfer agiere, sorge ich zunächst für ein Setting, in dem jede Seite die Sichtweisen und Handlungsmuster der anderen Seite zunächst einmal nachvollziehen kann, bevor brauchbare Situationsdeutungen möglich sind und konstruktive Vereinbarungen getroffen werden.

    Im Ergebnis der Konfliktklärung lernen die Beteiligten, mit Unterschieden und auch mit Dissens intelligent umzugehen und Instrumente vorausschauender Konfliktvermeidung zu vereinbaren.

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    Und wenn starke Interessen beteiligt sind?

    Bei Konflikten zwischen institutionellen Betriebsparteien (z.B. Betriebs-/Personalrat und Geschäftsführung) verschränkt sich oft eine institutionelle Konflikthistorie mit sachlichen und persönlichen Differenzen auf Grundlage von Machtpositionen zu einer kaum durchschaubaren Gemengelage.
    Meine eigene langjährige "Konfliktbiografie" in der Industrie hilft mir dabei, in solchem Kontext gelassen zu bleiben und beiden Seiten gegenüber meine allpartei­liche Position authentisch durchzuhalten. Ich sorge dafür, dass zunächst die jeweilige Interessendefinition verstanden und grundsätzlich respektiert wird als nicht verhandelbare Voraussetzung eines weiteren längerfristigen Klärungsdialogs über Kooperation, über künftige Regeln und Verfahrensweisen.

    Ein schrittweises Vorgehen zum kontrollierten (Wieder-)Aufbau von Vertrauenspositionen ist hier angebracht.
    Ein wichtiger Schritt wäre es, gemeinsam eine Unterscheidung zu treffen zwischen den Themen, bei denen man mit vergleichsweise geringen Reibungsverlusten eine für beide Seiten sinnvolle und akzeptable Lösung finden kann und Themen, bei denen man sich aufgrund von Macht- und Interessenkonstellationen grundsätzlicher auseinandersetzen muss. Weitere Schritte basieren auf sukzessivem Vertrauensgewinn.
    Es geht hierbei um Lernprozesse in "Echtzeit".

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